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Luka nahm nichts in den Mund, man konnte ihn nicht im Gesicht berühren. Er lehnte es ab, mit einem Löffelchen gefüttert zu werden, und so gestaltete sich das Abstillen außerordentlich schwierig. Schließlich verweigerte er Beikost total, und mit knapp einem Jahr wog Luka weniger als 7 Kilogramm.
Er spielte nicht wie andere Kinder, sondern ließ in stereotyper Art und Weise Objekte wie z.B. eine Schüssel stundenlang kreiseln. In der Gegenwart von gleichaltrigen Kindern schien er verloren, bewegte sich entweder gar nicht vom Fleck, oder weinte, wenn es ihm zu laut wurde. Irgendwann fing er an, die Kinder in seiner Krabbelgruppe ins Gesicht zu kneifen, keine pädagogische Herangehensweise half, dieses Verhalten zu korrigieren. Wir begannen, den Kontakt mit gleichaltrigen Kindern zu vermeiden.
Luka mit 19 Monaten: er hatte keinen Zugang zu Sprache (er verstand nichts, geschweige denn konnte er reden), er zeigte nicht auf Gegenstände, um etwas zu bekommen, sein Blickkontakt war unvollständig, er hatte kein Gefühl für Gefahr.
In dem Maße, wie Luka „sonderbarer“ wurde, wurde unser Familienleben anstrengender. Als er 22 Monate alt war, bekam er die Diagnose „dringender Verdacht auf frühkindlichen Autismus“. Dann kam die Wende, wir hörten von einem, in Deutschland noch recht unbekannten Therapieprogramm aus den USA.
Nach über 12 Monaten Therapie nach der Son-Rise®-Methode mit 10 ehrenamtlichen HelferInnen und einer Einzelfallhelferin, von denen jeder durchschnittlich 4-6 Stunden pro Woche mit Luka im Rahmen des Programms bei uns zu Hause mitarbeitet, hat Luka nun einen
sehr guten Blickkontakt,
er hat das Kauen gelernt,
er isst und trinkt selbstständig alles, was wir auch zu uns nehmen,
putzt sich die Zähne, und
er beginnt, aufs Töpfchen zu gehen.
Seine Körpergröße und sein Gewicht sind seit mehreren Monaten wieder altersgerecht.
Unsere Kinderärztin hat seine Sprachentwicklung als altersgemäß eingestuft,
er sucht den Kontakt zu Menschen und seit Kurzem auch zu Kindern von sich aus,
er fordert Körperkontakt regelrecht ein, und
Luka hat eine altersgerechte Interaktionspanne beim Spielen.
Wir haben einen Integrationskindergarten für Luka gefunden, wo ein Erzieher und ein Heilpädagoge nach Son-Rise® mit uns zusammen arbeiten werden, um es Luka zu ermöglichen, dort in einem geschützten Rahmen das Interagieren mit Gleichaltrigen zu erlernen.
Unsere Kinderärztin und alle Helfer vom Jugendamt sind sich einig, dass das Programm für Luka ein Riesenerfolg ist und dass es weitergehen muss wie bisher.
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